Maschinelle Sprachgebrauchsanalyse – Grundlagen der Korpuslinguistik

Korpora sind heute in fast allen empirischen Bereichen der Linguistik essentiell. Die korpusgestützte Lexikologie, die Analyse von grammatischen Konstruktionen oder die Diskursanalyse sind nur einige Beispiele für die vielen Anwendungsbereiche, die von korpuslinguistischer Empirie profitieren. Auch in den meisten sprachwissenschaftlichen Curricula hat die Korpuslinguistik mittlerweile einen festen Platz und ermöglicht es Studierenden, eigene Forschungsinteressen auf der empirischen Grundlage (sehr) großer Textsammlungen zu verfolgen – jedoch nicht ohne technische und methodische Herausforderungen.

Sowohl Lernende, die ihr erstes korpuslinguistisches Projekt durchführen, als auch diejenigen, die ihre technischen Kompetenzen und konzeptuellen Kenntnisse erweitern und reflektieren möchten, sollen in fünf Lehr-Lern-Arrangements bei ihren individuellen korpuslinguistischen Forschungsprojekten unterstützt werden. Neben ganz praktischen Fragestellungen (Welche Daten passen zu meinem Forschungsinteresse? Wie akquiriere ich Online-Daten in großem Umfang? Wie kann ich meine Ergebnisse angemessen visualisieren?) geht es im Online-Kurs auch um einen kritisch-reflektierenden Umgang mit den Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von sprachlichen Massendaten. Stimmen von erfahrenen Korpuslinguistinnen und -linguisten (in Form von Experteninterviews) und ausgewählte Modellstudien helfen beim Erschließen aktueller Forschungspositionen und bei der Verortung der eigenen Studie im disziplinären Feld. Kurze Exkurse, z.B. zur Programmierung maschineller Sprachverarbeitung oder zu rechtlichen Grundlagen, komplettieren und differenzieren das Angebot.

Leitung und Projektarbeit:

Prof. Dr. Friedemann Vogel, Universität Siegen

Joline Schmallenbach, M.A. (wissenschaftliche Mitarbeiterin)