Semantische Kämpfe und strategische Kommunikation in digitalen Diskursen

Die öffentliche und politische Kommunikation ist geprägt von verschiedenen, häufig im Konflikt zueinander stehenden Interessengruppen. Der Begriff strategische Kommunikation beschreibt sprachliche Handlungen, mit denen Akteure in diesem Spannungsfeld unterschiedliche Ziele realisieren wollen. Häufig findet strategische Kommunikation in Form von Deutungskämpfen statt, die der Herstellung von Zustimmung zu bestimmten (politischen) Sichtweisen und Standpunkten sowie mit ihnen verbundenen Interessen dienen. Sie zielt damit auf eine Verschiebung des öffentlichen Diskurses zu eigenen Gunsten ab. Strategische Kommunikation begegnet uns an verschiedenen Orten: In der Medienöffentlichkeit, im politischen und zivilgesellschaftlichen Bereich oder in der Arbeitswelt. Auch im digitalen Raum lassen sich Phänomene strategischer Kommunikation häufig beobachten, und soziale Medien können inzwischen als zentrale Arenen semantischer Kämpfe gelten. 

Das im Teilprojekt zu entwickelnde OER-Modul thematisiert semantische Kämpfe und strategische Kommunikation aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven. Neben der Politolinguistik hat sich insbesondere die Diskursforschung als Disziplin etabliert, die theoretische Konzepte und methodische Verfahren entwickelt hat, die einen wissenschaftlichen Zugang zum Gegenstand ermöglichen. Neben hermeneutischen Methoden der transtextuellen Analyse werden auch computergestützte Verfahren angewendet, mit denen große Textmengen im Hinblick auf relevante sprachliche Muster untersucht werden. Zudem versuchen viele DiskursforscherInnen, in intervenierender Absicht zur Kultivierung der Diskurse und zur Aufklärung über Formen strategischer Kommunikation beizutragen.

Das Lehr-Lernangebot entwickelt multimediale Ressourcen, die in der universitären Lehre, im Unterricht oder im Selbststudium genutzt werden können. Die fünf Lernarrangements thematisieren hermeneutische und computergestützte Verfahren auf Grundlage theoretischer Basiskonzepte, und befähigen so zu eigenen, konzeptionell und methodisch reflektierten Analysen.

Leitung und Projektarbeit:

Prof. Dr. Friedemann Vogel, Universität Siegen

Dr. des. Fabian Deus (wissenschaftlicher Mitarbeiter)